SET Level 4to5

Automatisiertes Fahren ist seit einigen Jahren zentraler Bestandteil der Forschung im Automobilbereich. Dabei ist die Entwicklung von automatisierten Fahrfunktionen in den vergangenen Jahren so weit fortgeschritten, dass bereits heute für ausgewählte verkehrliche Situationen automatisierte Fahrfunktionen demonstriert werden können. Diese Demonstrationen finden allerdings unter eng definierten Bedingungen statt. Für die Freigabe beziehungsweise Markteinführung der entsprechenden Fahrzeuge sind sie deshalb nicht hinreichend. Deshalb rückt zunehmend das Thema der Absicherung automatisierter Fahrzeuge in den Fokus der Forschung und Entwicklung. So stand zum Beispiel im Forschungsprojekt PEGASUS, das im Jahr 2019 abgeschlossen wurde, das Testen hochautomatisierter Fahrzeugfunktionen am Use-Case des Autobahn-Chauffeurs (SAE Level 3) im Mittelpunkt. Für die Entwicklung und das Testen automatisierter Fahrzeuge sollen zukünftig insbesondere simulationsbasierte Methoden und Werkzeuge einen wertvollen Beitrag liefern.

Das Forschungsprojekt SET Level 4to5 (Simulationsbasiertes Entwickeln und Testen von Level 4 und 5 Systemen) setzt genau an diesem Punkt an. SET Level 4to5 konzentriert sich auf simulationsbasierte Methoden und Werkzeuge, die während der Entwicklung und dem Testen automatisierter Fahrzeuge eingesetzt werden können. Als zentraler Projekt-Use-Case wird das automatisierte Fahren (SAE Level 4 und 5) in urbanen Räumen betrachtet. Dabei knüpft SET Level 4to5 unmittelbar an die im Projekt PEGASUS generierten Ergebnisse an.

Ziel von SET Level 4to5 ist es, numerische Simulationsmethoden weiterzuentwickeln sowie neue Mechanismen zur Modellkopplung zu konzeptionieren und umzusetzen. Des Weiteren sollen Simulationsmodelle punktuell neu entwickelt werden, die neben dem jeweiligen korrekten Verhalten auch ein zu erwartendes nicht-normatives Verhalten hinreichend valide abbilden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Schaffung einer universell, möglichst offenen und modular einsetzbaren Integrationsarchitektur, die in aktuelle Standardisierungsaktivitäten einfließen soll.

Die 20 Partner aus Industrie (OEMs und Zulieferer) und Wissenschaft nahmen am 01. März 2019 ihre Arbeit auf. SET Level 4to5 wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 16,5 Millionen Euro über eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren gefördert.

Das Institut für Regelungstechnik bearbeitet in SET Level 4to5 Aufgaben mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Das Institut für Regelungstechnik verfolgt die in den Projekten PEGASUS und aFAS entwickelten Methoden und Werkzeuge zur Szenariengenerierung und Anforderungserhebung an Simulationsmodelle in SET Level 4to5 weiter. Zusätzlich beschäftigt sich das Institut für Regelungstechnik mit der Herleitung und Definition von Simulationszielen und Simulationsprinzipien und leitet funktionale Anforderungen an die Simulation ab. Dabei werden unter anderem die Erfahrungen aus dem Projekt Stadtpilot berücksichtigt. Ein weiterer Beitrag des Instituts für Regelungstechnik ist die Leistungsbeschreibung der Simulationsumgebung und ihrer Komponenten. Dadurch wird eine Grundlage für eine effektive und effiziente Zusammenstellung und Kopplung von Simulationsmodellen in der Simulationsumgebung geschaffen.

Ansprechpartner:

M. Sc. M. Steimle
M. Sc T. Menzel
Letzte Änderung: 14.07.2020 09:50

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