Flexible Versuchsträger als Entwicklungswerkzeuge

Die Bedeutung elektronischer Fahrzeugsysteme im Kraftfahrzeug nimmt sowohl im Komfort- als auch im Sicherheitsbereich kontinuierlich zu. Gleichzeitig steigt die Komplexität der Systeme und deren Einfluss auf das vom Fahrer wahrgenommene Fahrverhalten. Ein frühzeitiger Test und die praktische Erprobung der Systeme bereits in einem frühen Stadium des Entwicklungsprozesses sind daher von zentraler Bedeutung. Hierzu wurde am Institut für Regelungstechnik eine Toolkette entwickelt, die die zügige Implementierung und Erprobung neuer Algorithmen im Sinne eines "Rapid-Prototyping" Ansatzes unterstützt. Zentrale Aspekte sind dabei: einfache Handhabbarkeit, nahtlose Übergänge zwischen den einzelnen Gliedern sowie die Möglichkeit zur abgesicherten praktischen Erprobung. Bei der Entwicklung der Toolkette lag der Fokus dabei primär auf dem Einsatz dieser für die Entwicklung fahrdynamischer Assistenz- und Stabilisierungssysteme.



Die gesamte Toolkette setzt auf einer Matlab/Simulink-Umgebung auf. Erste Algorithmen können durch die graphische Programmierumgebung schnell implementiert werden und in der Simulation in direkter Kopplung mit einem Fahrdynamikmodell des Zielfahrzeugs erprobt werden. Als Fahrzeugmodelle kommen komplexe nichtlineare Zweispurmodelle zum Einsatz, um möglichst realitätsnahe Ergebnisse produzieren zu können.

Im Anschluss können die Algorithmen meist ohne weitere Anpassungen auf den Miniatur-Versuchsträger MAX geladen und nach Anpassung der relevanten Parameter in ersten Praxisversuchen erprobt werden. Diese Tests mit MAX erlauben die qualitative Validierung der Funktion neuer Regelungsalgorithmen unter abgesicherten Randbedingungen (Modellfahrzeug!). Das Modell dient darüber hinaus als primäre Testumgebung für studentische Arbeiten.

Die Enderprobung der neuen Algorithmen erfolgt auf dem Versuchsträger MOBILE.


Letzte Änderung: 14.07.2020 09:50

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